Kampf für das Überleben von MySQL

Insgesamt 14000 Unterschriften hat Michael Widenius gesammelt, um gegen die Übernahme der quelloffenen Datenbank zu protestieren. Der Erfinder des Systems traut Oracle-Chef Ellison nicht über den Weg.

Michael Widenius gibt nicht auf. Obwohl sich in der Auseinandersetzung zwischen Oracle und den EU-Wettbewerbshütern um die Übernahme des Serverherstellers Sun Microsystems mittlerweile eine Einigung abzuzeichnen scheint, kämpft er weiter gegen das Geschäft in der jetzigen Form. "Save MySQL!" steht in großen Lettern über der von ihm gestarteten Internetkampagne. Oracle könne Sun bekommen, aber nicht MySQL, steht darunter.
Widenius ist einer der Erfinder der Open-Source-Datenbank MySQL. 14.000 Online-Unterschriften hat er mit seiner Aktion bereits gesammelt. Am Montag übermittelte er sie der EU-Kommission.

Der angesehene Open-Source-Entwickler sorgt sich um den Fortbestand seiner Arbeit - und viele andere wohl auch. Im April hatte Oracle den 7,4 Mrd. $ teuren Kauf Suns bekannt gegeben. Die EU kündigte im September eine eingehende Untersuchung an und erklärte später offiziell ihre Bedenken. Hintergrund ist die Befürchtung, Oracle könnte die quelloffene Datenbank MySQL aushungern und nicht weiterentwickeln. Unternehmen hätten dann keine kostenlose Alternative mehr zu kommerziellen Datenbanken etwa von Microsoft, Oracle und IBM.

Schon lange bekämpft Widenius den Kauf. Er hat Oracle bereits früh aufgefordert, MySQL im Zuge der Sun-Übernahme zu verkaufen. Im Dezember äußerte er in einer Anhörung vor der EU-Kommission seine Bedenken - neben SAP und Microsoft, zwei der weltgrößten Softwarekonzerne. Für das Treffen hatte Oracle eine Reihe großer Kunden als Fürsprecher mobilisiert. Dass Oracle nach der Anhörung erklärt hat, den Markt für andere Anbieter offenzuhalten, die Datenbanken auf der Basis von MySQL entwickelten, und die Investitionen in Forschung und Entwicklung zu erhöhen, beruhigt ihn nicht. Das seien "leere Versprechungen", schreibt er in seinem Blog.

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