MySQL-Gründer warnt vor MySQL 5.1

„Oops, we did it again“, schreibt MySQL-Gründer Michael „Monty“ Widenius in seinem Blog und kritisiert die Veröffentlichung von MySQL 5.1 als GA-Release. Die für den produktiven Einsatz freigegebene Version enthalte noch immer Fehler, die zum Absturz führen.

MySQL 5.1 habe noch immer einige bekannte und unbekannte fatale Fehler, kritisiert Widenius in seinem Blog. Wer MySQL 5.1 nur als verbesserte Version 5.0 betrachte und die neuen Funktionen nicht nutze, könne MySQL 5.1 ruhig testen. Vom produktiven Einsatz rät Widenius jedoch ab. Es sei besser, noch einige Patches und Minor-Releases abzuwarten.

Derzeit gebe es 20 bekannte Bugs, die zu Abstürzen und falschen Resultaten führen, 180 andere ernsthafte Fehler sowie 300 weniger kritische.

Die mit MySQL 5.1 eingeführten neuen Funktionen seien eher als Beta zu betrachten. Zudem seien nicht alle kritischen Fehler, die in MySQL 5.0 entdeckt wurden, in MySQL 5.1 korrigiert. Dennoch sei MySQL 5.1 besser als die aktuelle Communityversion von MySQL 5.0, die lange nicht aktualisiert wurde.

Schuld an den Problemen seien nicht die Entwickler, sondern vielmehr die Arbeitsbedingungen. MySQL 5.1 sei viel zu früh als Beta und Release Candidate markiert worden, um mehr Tester zu gewinnen. Das habe aber nicht funktioniert. Zudem stehe die Qualität nicht mehr im Fokus der Entwicklung und sei aus Marketinggründen als GA-Release markiert worden.

Darüber hinaus seien die Kernentwickler von MySQL auf zu viele Teams verteilt, zu wenige arbeiten an MySQL 5.1 und viele hätten MySQL verlassen, was ein ernsthaftes Problem sei. Dafür seien zu viele neue Entwickler ohne die notwendigen Kenntnisse hinzugekommen, was zusammen mit einem fehlerhaften Reviewprozess zu weiteren Problemen führe.

Zur Lösung der grundlegenden Probleme schlägt Widenius die Einführung eines Komitees vor, das unabhängig Releasekriterien für MySQL festlegen soll. Ähnlich verfahre Sun auch bei anderen Produkten. Zudem sollte das Entwicklungsmodell von MySQL umgestellt und eher an Drizzle oder PostgreSQL angelehnt werden, wo die Community eine wichtigere Rolle spielt.

Quelle: http://www.golem.de/0811/63852.html

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